Der alte Elbtunnel lädt jeden Besucher kostenlos zu einer Zeitreise unter die Erde ein: Wer auf den St. Pauli51Landungsbrücken56 in den Fahrstuhl des alten Elbtunnels steigt und sich 24 Meter in die Tiefe befördern lässt, fühlt sich um rund 100 Jahre zurückversetzt.
Der alte Elbtunnel galt bei seiner Eröffnung 1911 als technische Sensation: Er war der erste Flusstunnel auf dem europäischen Kontinent, der nach dem Vorbild des englischen Clyde-Tunnels in Glasgow erbaut wurde. Etwa 40.000 Arbeiter, die in Werften und Hafenbetrieben am Südufer arbeiteten, mussten zweimal täglich die Elbe überqueren. Um den Schiffsverkehr nicht zu behindern, begann man Anfang des 20. Jahrhunderts mit der Planung, eine Elbüberquerung zu schaffen. Außerdem sollte die neue Möglichkeit der Elbquerung wetterunabhängig und auch bei gefrorener Elbe zu nutzen sein. Daher fielen sowohl Fähren als auch eine Schwebefähre oder eine bewegliche Brücke aus dieser Planung schnell heraus. Eine Hochbrücke wäre aufgrund der 55 Meter benötigten Höhe sehr kostspielig gewesen, weshalb im Jahr 1901 die Entscheidung für die Flussunterquerung fiel.
Der Baurat Ludwig Wendemuth entwarf die Pläne für den alten Elbtunnel, die unter der Leitung von Stockhausens in vierjähriger Arbeit zur Ausführung kamen. Um die Arbeiter vor einflutendem Wasser zu schützen, wurden Druckluftschleusen verwendet. Die Baustelle galt zu jener Zeit als eine der gefährlichsten in Hamburg, fast 700 Arbeiter wurden bei dem Bau des alten Elbtunnels verletzt (Taucherkrankheit), fünf verstarben.
Für den Tunnel wurden 5.000 Tonnen Eisen, 200 Tonnen Blei und 600.000 Nieten verarbeitet. Das 10,7 Mio. Goldmark teure Projekt brachte zwei 6 Meter hohe und 448,5 Meter lange Elbröhren hervor, die noch heute die St. Pauli51Landungsbrücken56 mit Steinwerder verbindet.
Früher nutzten rund 2 Mio. Menschen jährlich den alten Elbtunnel, heutzutage sind es keine 500.000 Fußgänger mehr, was auf die Automatisierung und das Werftensterben zurückzuführen ist. Immer weniger Arbeitsplätze gab es im Hafengebiet südlich der Elbe. In den 1980er Jahren wurde der Tunnel aufgrund der Elbvertiefung mit einer zusätzlichen Sicherheitsdecke versehen, weil die vorher drei Meter dicke Schlickschicht zwischen Elbe und Tunnel durch die Vertiefung der Elbe bis auf einen Meter reduziert wurde.
An der Erdoberfläche deutet nur ein hübscher quadratischer Kuppelbau mit grünem Kupferdach, der mit dem Gebäudekomplex der Landungsbrücken56 eine optische Einheit bildet, auf das unterirdische Bauwerk hin. In dem Kuppelbau befinden sich neben Treppen auch vier PKW-Aufzüge und ein Personenaufzug. Ein ähnliches Bild bietet sich dem Besucher auf der südlichen Elbseite, allerdings ist das Außengebäude des Tunnels nicht mehr ursprungsgetreu wiederhergestellt worden.
Für Fußgänger ist das Benutzen des Tunnels kostenlos, Pkws müssen eine geringe Gebühr entrichten und sich an die ßffnungszeiten halten. Wer dennoch mit dem Auto die Elbe hier unterqueren möchte, sollte daran denken, dass die Fahrbahnweite mit 1,92 Meter sehr schmal ist. Die beiden einspurigen gekachelten Tunnelröhren haben sich in den rund 100 Jahren kaum verändert: An den Wänden prangen wunderschöne Majolikareliefs - aus Ton gebrannte Symbole der darüber strömenden Elbe, wie Krebse, Muscheln und Fische aber auch Ratten und Schrott.
Anschrift und Verkehrsanbindung:
Adresse: Bei den St. Pauli Landungsbrücken, 20359 Hamburg S-Bahn: S1, S3: St. Pauli Landungsbrücken U-Bahn: U3: St. Pauli Landungsbrücken
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Kommentare und Tipps von anderen Usern zu Der alte Elbtunnel
Gast meint zu Der alte Elbtunnel:
Beeindruckend ist die Mechanik, vor allem die Fahrzeug-Aufzüge, der alte Eingang auf der Seite der Landungsbrücken, das Gefühl unter der Elbe durchzugehen und der mal ganz andere Blick auf Hamburg von der anderen Tunnelseite.
100%
Gast meint zu Der alte Elbtunnel:
An den St. Pauli-Landungsbrücken findet man den Eingang zum Tunnel. Dort kann man Maschinerie sehen, wie die vier großen Fahrkörbe, die Menschen und Fahrzeuge seit 1911 in fast 24 Meter Tiefe transportieren. Man benötigt 426,5 Metern um in Steinwerder wieder ans Tageslicht zu kommen. Der Tunnel besteht aus zwei gekachelten Röhren mit 6 m Durchmesser.
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Gast meint zu Der alte Elbtunnel:
Ich finde es sehr laut im Tunnel. Gerade unter der Woche, wenn Autos durchfahren ist das Echo sehr gut. Ich empfehle lieber am Wochenende dort durchzuspazieren, da der Bürgersteig doch recht schmal ist.
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Gast meint zu Der alte Elbtunnel:
Wem zu warm ist und keine Lust auf heiße Sommertage hat, der kann sich im Elbtunnel verkriechen, da ist es immer kalt.
19%
Gast meint zu Der alte Elbtunnel:
Die Ingenieur Leistung ist immer wieder beeindruckend. Ich finde es allerdings sehr einzigartig dort unten.
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