Das Kontorhausviertel versprüht den Charme der 1920er Jahre.
Das Kontorhausviertel, das sich im Süden der Hamburger Altstadt in unmittelbarer Nachbarschaft zur Speicherstadt26 zwischen der Steinstraße und dem Meßberg erstreckt, versprüht den Charme der 1920er Jahre. Während der Weltwirtschaftskrise nach dem ersten Weltkrieg entstanden hier unter dem Oberbaudirektor Fritz Schumacher drei für damalige Verhältnisse gigantische Gebäudekomplexe: das Chilehaus25, der Meßberghof23 und der Sprinkenhof21. Alle drei heute unter Denkmalschutz stehenden Bauten wurden im damaligen Stil der norddeutschen Backsteingotik errichtet.
Heute stellen diese Kontorhaus-Gebäude bedeutende Bauwerke des Expressionismus dar. Eine Besonderheit der Bauweise war der damals neue Stahlbetonskelettbau, der es ermöglicht, die Innenwände immer wieder nach Bedarf zu verschieben. Es gibt Bestrebungen, das Kontorhausviertel zusammen mit der Speicherstadt26 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklären zu lassen. Geschichts- und architekturinteressierte Hamburg-Besucher sollten sich unbedingt Zeit für einen ausgedehnten Spaziergang im Kontorhausviertel nehmen.
Besonders hervorzuheben ist das in Form eines Schiffes erschaffene Chilehaus. Der zu seiner Zeit schon für Kontorbauten bekannte Architekt Fritz Höger gewann im Jahr 1922 den vom Bauherren Henry Brarens Sloman ausgeschriebenen Architektenwettbewerb um den Bau des heutigen Chilehauses. Das Gebäude ist über die Straße "Fischertwiete" herübergebaut, es steht auf zwei Grundstücken mit einer Fläche von 5.950 Quadratmetern. Nicht zuletzt wegen der Straßenüberbauung habe der Architekt Fritz Höger 17 Bauanträge an den Senat gestellt.
Seinen Namen hat das Chilehaus dem Hamburger Kaufmann und Reeder Henry Brarens Sloman zu verdanken, der sein Vermögen im Salpeterhandel in Chile anhäufte und so der wohlhabendste Mann der früheren "Republik Hamburg" wurde. Henry Brarens Sloman, dessen Vater das erste deutsche Dampfschiff für den Transatlantik-Verkehr baute, wollte ein einmaliges und außergewöhnliches Kontorhaus in Form eines Passagierschiffes schaffen.
In den Jahren 1922 bis 1924 verwirklichte Fritz Höger diesen Traum: Mit 4,8 Mio. Backsteinen, 2.800 Fenstern, 750 Güterwagen Zement und 3,5 Kilometern Dachrinnen konstruierte er das derzeit größte Bürogebäude Deutschlands. Das auch als "Flaggschiff aus Stein" bezeichnete Chilehaus verfügt über 36.000 Quadratmeter Nutzfläche, die sich auf zehn Stockwerke verteilen.
Aufgrund der geographischen Nähe zur Elbe war der Untergrund feucht und schlecht zum Bau geeignet. Deshalb wurden im Fundament u.a. 16 Meter lange Eisenbetonpfähle verarbeitet. Die Keller mussten speziell abgedichtet werden und der Heizungsraum wurde präventiv vor möglichen Springfluten geschützt. In Zeiten hoher Arbeitslosigkeit inmitten der Weltwirtschaftskrise schuf das kolossale Bauprojekt für die zweijährige Bauzeit ganze 4.000 Arbeitsplätze. Damit wurde das Chilehaus ein Symbol des wirtschaftlichen Aufschwungs.
Um den gigantischen Eindruck des in rauschender Fahrt erscheinenden Schiffes zu erhalten, empfiehlt sich die Perspektive von Südosten her. Von dort aus blickt man genau auf die spitz zulaufende Ecke des Chilehauses und kann die Spitze eines Schiffbugs erkennen, der den Verkehr zu zerteilen scheint. Die weiß angestrichenen Metallgeländer, die sich um die oberen Etagen des Chilehauses ziehen, wirken wie Relinge von Schiffdecks. Sogar eine Galionsfigur klafft an dieser - übrigens meist fotografiertesten -Ecke Hamburgs. Die Figur, das Wappentier Chiles, kreierte der Bildhauer Richard Kuöhl.
Vom Bildhauer Kuöhl kann der Besucher so einige Kunstwerke am und im Chilehaus finden. Die Farbnuancen der Backsteine schillern je nach Lichteinfall anders und die Ornamente an den Wänden des Chilehauses sind von künstlerischer Schönheit. Der Blick ins Innere des Gebäudes zeigt mit Keramikschmuck getäfelte Foyers und Treppenhäuser.
Durch das Chilehaus erlangte Fritz Höger als Architekt hohes Ansehen, so dass er sogar die Position als Staatsarchitekt unter Hitler angestrebt habe. Jedoch wollte Höger nicht zu Hitlers präferierten Stil des klassizistischen Marmorbaus überlaufen und blieb seinem norddeutschen Klinkerbaustil stets treu. Obwohl er mit den Nationalsozialisten sympathisierte, blieb ihm das Amt als Staatsarchitekt verwehrt und Höger ging als "Klinkerfürst von Hamburg" in die Geschichte der Stadt ein.
Anschrift und Verkehrsanbindung:
Adresse: Fischertwiete 2, 20095 Hamburg
Während das Chilehaus25 die Bombardierung von Hamburg im Zweiten Weltkrieg überstand, wurde der zeitgleich erbaute, angrenzende Meßberghof teilweise zerstört. Der Meßberghof wurde nach dem Krieg in seinem ursprünglichen Stil wieder aufgebaut. Architektonisch stellt der Meßberghof durch seine einfacheren Formen einen starken Kontrast zum Chilehaus25 dar.
Die Architekten Hans und Oscar Gerson errichteten den Meßberghof noch unter dem ursprünglichen Namen Ballin-Haus, benannt nach dem Generaldirektor der Firma HAPAG: Albert Ballin. Da Ballin jüdischer Herkunft war, verordneten die Nationalsozialisten im Jahre 1938 den noch heute geltenden Namen Meßberghof.
An der Außenwand des Meßberghofes erinnert eine Gedenktafel an die traurige Handelsbeziehung zwischen Hamburg und mehreren Konzentrationslagern. Die damals im Meßberghof ansässige Firma Tesch & Stabenow belieferte Konzentrationslager wie Auschwitz und Sachsenhausen mit dem Gift Zyklon B, das zum Tod von Millionen von Menschen führte.
Der von 1927 bis 1943 in drei Teilabschnitten erbaute Sprinkenhof war ein Gemeinschaftsprojekt der Gebrüder Gersons und Fritz Högers. Das größte Kontorhaus der Stadt wurde wie das Chilehaus25 auch über eine Straße herübergebaut. Die Fassade des Mittelblocks ist mit einem rautennetzartigen Backsteinmuster überzogen, in das aufwendige Ornamente vom Bildhauer Richard Kuöhl eingeflochten sind. Sie stehen für Symbole des Handels, der Seefahrt, der Industrie und der Wirtschaft. Ein Blick in das majestätische Treppenhaus des Sprinkenhofes sollte man sich nicht entgehen lassen.
Anschrift und Verkehrsanbindung:
Adresse: Burchardstraße 6-14, 20095 Hamburg
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Hallo! Ich komme aus Ungarn, fliege aber in ein paar Wochen nach Hamburg. Ich wahr schon mahl dort dann habe ich jeden Tag Tageskarten gekauft. Damit konnte man Bus, S-Bahn, U-Bahn also alles fahren. Gibt es sowas auch als Wochenkarte? Wieviel kostet sie? Danke für eure Antworten! Melissza weiterlesenantworten
Moin, Moin, ich suche Urlaubsbekannte aus Frühjahr 1972 aus Cala Figuera/Mallorca, wie da waren: Karin, Marlies, Silvia, Birgit, Uschi, Heine, Olaf, Sepp usw., einige davon aus der Ecke HH. Der Reiseleiter hieß Werner (fahr mit) und ist leider vor ca. 4 Jahre verstorben. Habe die Dia digitalisiert und würde sie gerne per mail verschicken, natürlich kostenlos. Wer sich also erkennt und Interesse hat, kann sich gerne melden bitte per ... weiterlesenantworten
Schönen Nachmittag, ich habe eine Bitte bzw. Frage an die "Hamburg-Experten". Wir fahren Ende März nach Hamburg und ich bin hier auf der Suche nach einem technischen oder wissenschaftlichen Muesum, werde aber irgendwie nirgens fündig. Gibt es sowas? Wenn ja wie heißt des denn? Wäre super wenn mir wer weiterhelfen könntet! Vielen Dank im Vorras Liebe Grüße Natlie weiterlesenantworten
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