Die St. Michaelis Kirche in Hamburg - ihr Kirchturm wird kurz "Michel" genannt.
Der Michel ist das Wahrzeichen Hamburgs und eine der attraktivsten Sehenswürdigkeiten der Stadt - über eine Million Besucher pro Jahr können schließlich nicht irren. Sogar für "Kirchenmuffel" ist diese Kirche sehenswert.
Michel - das ist der Kosename der Hamburger St. Michaelis Kirche. Genau genommen wird lediglich der 132 Meter hohe Kirchturm mit der majestätisch schimmernden grünen Kupferkuppel als Michel bezeichnet. Die Kirchturmspitze ist aus der Hamburger Skyline nicht mehr wegzudenken. Schon seit Jahrhunderten dient der Kirchturm als Orientierung für Seefahrer, die den Hafen Hamburgs ansteuern.
Die St. Michaelis Kirche gehört zu den eindruckvollsten Barockbauten im Norden Deutschlands - wer sie gesehen hat, weiß warum. Die ursprüngliche St. Michaelis Kirche wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts etwa 200 Meter östlich vom heutigen Michel erbaut. Daher sprechen die Hanseaten heute noch immer vom "Kleinen Michel", wenn sie die dort stehende, im Jahre 1824 den Katholiken übergebene und inzwischen St. Ansgar 39 getaufte Kirche meinen.
Im Hinblick auf das enorme Bevölkerungswachstum in der Neustadt Hamburgs wurde im Jahre 1647 entschieden, eine größere Kirche zu errichten. Die Baumeister Corbinus und Marquard stellten diese Kirche nach zwölfjähriger Bauzeit 1661 fertig. 1687 wurde die St. Michaelis Kirche die jüngste der fünf Hauptkirchen der Hafenstadt Hamburg. Das Kirchengebäude wurde jedoch nicht einmal 90 Jahre alt, da im Jahr 1750 ein Blitz in den Kirchturm einschlug und das Feuer die Kirche vollständig vernichtete.
Der Namensgeber des Michels: der Erzengel Michael
Die barocke Fassade der St. Michaeliskirche
Der Michel am Hamburger Hafen
Von 1751 bis 1762 schufen Johann Leonhard Prey und Ernst Georg Sonnin die zweite große St. Michaelis Kirche, wie wir sie heute kennen. Der damalige kleine Kirchturm gab ein eher kümmerliches Bild ab, so dass Sonnin 1786 den uns heute als Michel bekannten Kirchturm errichtete.
Die St. Michaelis Kirche mitsamt dem Turm fiel 1906 noch einmal den Flammen zum Opfer, als Bauarbeiter ein Feuer verursachten. Bis 1912 wurde die St. Michaelis Kirche nochmals in ihrer alten Schönheit aufgebaut. Durch Bombeneinschläge am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die St. Michaelis Kirche noch ein drittes Mal ruiniert, diesmal aber nicht vollkommen. Nach jahrelangen Reparaturarbeiten konnte der Michel 1952 erneut eröffnet werden.
Das geheimnisvolle Gruftgewölbe der Kirche trotzte selbst Feuer und Kriegen. In ganz Europa soll sich keine größere barocke Grabstätte finden, die so unversehrt ist wie die der St. Michaelis Kirche. Ein Gang in die Kellergewölbe lohnt nicht nur wegen der Michaelitica-Ausstellung, die einem die Geschichte der St. Michaelis Kirche näher bringt und historische Schätze präsentiert. Bedeutende Hamburger wie Hans Albers und Carl Phillip Emanuel Bach, der Sohn des berühmten Komponisten Johann Sebastian Bach, ruhen in der Gruft, sowie Sonnin selbst.
Eine Augenweide ist der Innenraum der St. Michaelis Kirche. Er besticht durch seine im norddeutschen Barock-Stil verzierte Pracht. Von Prey und Sonnin wurde das Innere der Kirche, das die Form eines griechischen Kreuzes hat, so gestaltet, dass nahezu alle 2.550 Sitzplätze einen klaren Blick auf die im Zentrum liegende marmorne Kanzel haben. Großzügig, klar und freundlich wirkt der in weißen und grauen Farbtönen mit goldenen Ornamenten gehaltene Innenraum.
Die St. Michaelis Kirche war vor dem zweiten Weltkrieg stolze Besitzerin der weltgrößten Orgel, die 12.173 Pfeifen zählte. Leider wurde die Orgel durch die Bombardierung stark lädiert. Heute nennt die St. Michaelis Kirche drei Orgeln ihr Eigen, die größte davon zählt immerhin 6.665 Pfeifen. Das Taufbecken und der Gotteskasten der Kirche überstanden den Krieg und sind noch heute Originale.
Charakteristisch für den Michel ist das seit über 300 Jahren zur Tradition gehörende Turmblasen. In der Woche um 10 Uhr morgens und um 21 Uhr abends, am Sonntag nur um 12 Uhr mittags, wird vom Turm aus ein Choral geblasen, der noch über weite Strecken zu hören ist.
Bei schönem Wetter lohnt ein Besuch der Aussichtsplattform.
Die Aussichtsplattform des Michels ermöglicht einen Rundumblick.
An schönen Tagen kann es voll werden auf dem Michel.
Wer das Glück hat und den Michel bei schönem Wetter besucht, kann von der 82 Meter hohen Aussichtsplattform einen überragenden Ausblick genießen. Von dort oben eröffnet sich ein Panorama über Elbe, Hafen und die gesamte Innenstadt, so weit das Auge reicht.
Wer keine Lust auf die 453 Treppenstufen hat, findet auch einen Fahrstuhl, verpasst dann jedoch das alte Uhrwerk, welches man auf dem achten Turmboden betrachten kann. Der Michel beherbergt das größte Turmuhrwerk Deutschlands: Die vier Ziffernblätter, die in alle vier Himmelsrichtungen zeigen, haben einen Durchmesser von jeweils acht Metern.
Auf dem zweiten Turmboden erhält der Besucher auf einer 5 Meter breiten Panoramaleinwand in einer 38-minütigen Multivisionsdiashow Einblicke in 1.000 Jahre Hamburger Geschichte.
Blick von der Aussichtsplattform zum Hafen
Das vollständige Glockengeläut erklingt erst wieder seit dem 24. Juni 2000, dem Johannistag. Während des Ersten Weltkrieges wurden einige Glocken zu Kriegszwecken eingeschmolzen. Zwar wurden die kleineren Glocken bereits 1924 ersetzt, jedoch konnte die große Michel-Glocke aus Kostengründen bis zum Jahrtausendwechsel nicht erneuert werden. Schließlich spendete aber ein hanseatischer Kaufmann die neue 7542 Kilogramm schwere Jahrtausendglocke, die das Geläut nun komplettiert.
Ab Anfang der 1980er Jahre wurden an der St. Michaelis Kirche stetig Sanierungsarbeiten durchgeführt, was für Touristen oft sehr störend ist. Doch die ungebremste Spendenbereitschaft der Menschen für die Erhaltung des Michel zeigt die große Liebe zum Wahrzeichen der Hansestadt.
Hallo! Ich komme aus Ungarn, fliege aber in ein paar Wochen nach Hamburg. Ich wahr schon mahl dort dann habe ich jeden Tag Tageskarten gekauft. Damit konnte man Bus, S-Bahn, U-Bahn also alles fahren. Gibt es sowas auch als Wochenkarte? Wieviel kostet sie? Danke für eure Antworten! Melissza weiterlesenantworten
Moin, Moin, ich suche Urlaubsbekannte aus Frühjahr 1972 aus Cala Figuera/Mallorca, wie da waren: Karin, Marlies, Silvia, Birgit, Uschi, Heine, Olaf, Sepp usw., einige davon aus der Ecke HH. Der Reiseleiter hieß Werner (fahr mit) und ist leider vor ca. 4 Jahre verstorben. Habe die Dia digitalisiert und würde sie gerne per mail verschicken, natürlich kostenlos. Wer sich also erkennt und Interesse hat, kann sich gerne melden bitte per ... weiterlesenantworten
Schönen Nachmittag, ich habe eine Bitte bzw. Frage an die "Hamburg-Experten". Wir fahren Ende März nach Hamburg und ich bin hier auf der Suche nach einem technischen oder wissenschaftlichen Muesum, werde aber irgendwie nirgens fündig. Gibt es sowas? Wenn ja wie heißt des denn? Wäre super wenn mir wer weiterhelfen könntet! Vielen Dank im Vorras Liebe Grüße Natlie weiterlesenantworten
Kommentare und Tipps von anderen Usern zu St. Michaelis Kirche
Gast meint zu St. Michaelis Kirche:
Ein Ausblick von der Elbe bis zur Alster. Es ist wirklich schön und gerade auch bei schönem Wetter.
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Gast meint zu St. Michaelis Kirche:
3 Euro für die Turmbesichtigung sind ok. Behinderte und Hamburg-Card-Besitzer bekommen auch Ermäßigung.
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Gast meint zu St. Michaelis Kirche:
Der Aufstieg auf den Turm der Kirche ist lohnend, man hat von dort wunderschönen Ausblick über die Stadt. Auf dem zweiten Turmboden kann man an einer Multivisions-Dia-Show teilnehmen.
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Gast meint zu St. Michaelis Kirche:
Ich empfehle mit einem eingefleischten Hamburger hoch zu gehen, der kann einem dann alles ganz genau sagen und zeigen, oder man hört einfach bei den Touristenführer zu, was die alles ihrer Gruppe zu berichten wissen.
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Gast meint zu St. Michaelis Kirche:
Der Michel ist die Top-Sehenswürdigkeit. Ich finde bei Sonnenschein und strahlend blauem Himmel ist es am schönsten dort.
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