Die Rickmer Rickmers liegt an den Landungsbrücken vor Anker.
Das Segelschiff Rickmer Rickmers, auch grüne Lady genannt, ist das schwimmende Wahrzeichen Hamburgs. Seit 1987 liegt das Segelschiff am Fiete-Schmidt-Anleger der Landungsbrücken56 und zieht mit seiner knallig grünen Rumpfbemalung und den drei riesigen Segelmasten die Blicke der Besucher auf sich. Auf dem Schiff, das eigentlich ein maritimes Denkmal ist, befindet sich ein Museum, das seinen Besuchern einen realistischen Einblick in das Seemannsleben vor rund 100 Jahren gibt und das über die Antriebsmöglichkeiten Wind, Dampf und Diesel aufklärt. Zudem gibt es auf dem Schiff ein Restaurant, von dem aus der Gast eine wunderschöne Aussicht über die Elbe genießen kann.
Die Rickmer Rickmers besitzt einen 97 Meter langen und 12,2 Meter breiten Stahlrumpf. Der Großsegler liegt mit einem Gewicht von 1.980 Bruttoregistertonnen 6 Meter tief im Wasser. Mit einer ursprünglichen Segelfläche von erstaunlichen 3.500 Quadratmetern wurde der Großsegler in der Rickmers Werft Bremerhaven erschaffen. Das Segelschiff erhielt seinen Namen nach dem damals vierjährigen Enkel des Firmengründers, dessen Gestalt noch heute als Galionsfigur des Schiffes zu bewundern ist.
Die Rickmer Rickmers hat eine bewegte Geschichte hinter sich, die man ihr aufgrund der liebevollen Instandhaltung nicht anmerkt: Als das Schiff 1896 das erste Mal in See stach, führte die Jungfernfahrt unter Kapitän Ahlers und mit einer Mannschaft von 24 Männern nach Hongkong, um von dort Bambus und Reis zu importieren. Einige Jahre wurde das Schiff auf der Route nach Asien als Frachtschiff eingesetzt, wobei es 1904 die Gewalt eines Taifuns überstand, jedoch schwer beschädigt den Hafen von Kapstadt anlaufen musste. Der zerstörte Mast wurde ausgewechselt und der einmastige Großsegler durch die ßnderung der Takelage in einen Dreimaster umgewandelt.
Die Rickmer Rickmers bei Nacht
Die Galionsfigur des Schiffes: der Enkel des Reeders.
Die Rickmer Rickmers ist eines der Wahrzeichen Hamburgs.
Im Jahr 1912 erwarb der hanseatische Reeder C. C. Krabbenhöft den Dreimastsegler und setzte ihn unter dem Namen "Max" für den Salpeterhandel mit Chile ein. Im Ersten Weltkrieg nahmen die Engländer das Schiff illegal unter Beschlag, als es 1916 auf den Azoren, die zum neutralen Portugal gehörten, Rast machte. Unter den Engländern diente der Großsegler bis zum Ende des Krieges unter dem erneut geänderten Namen "Flores" als Transporter für Kriegsmaterial.
Nach dem Krieg erhielt die portugiesische Marine das Schiff und rüstete es unter dem Namen "Sagres" zum Schulschiff um. Im Zuge dessen lieferte die Firma Krupp zwei Dieselmotoren als Antrieb mit jeweils 350 PS. Im Jahr 1958 machte der nun motorisierte Großsegler noch einmal Schlagzeilen, als das Schiff eine Großsegelregatta gewann. Drei Jahre später, im Jahr 1961, wurde das stolze Segelschiff ausgemustert. Es bekam zum vierten Male einen anderen Namen: "Santo Andre". Es diente am Marinehafen allenfalls noch als Lager und geriet in Vergessenheit.
Der Mast der Rickmer Rickmers
Die glückliche Wende hat die Rickmer Rickmers dem 1974 gegründeten Verein "Windjammer für Hamburg e.V." zu verdanken, der sie 1983 in Besitz nahm und nach Hamburg holte. Vier Jahre lang wurde das alte Schiff liebevoll und aufopfernd mit Hilfe von rund 50 ehrenamtlichen Helfern restauriert und zum Museumsschiff umfunktioniert. Seit 1987 hat die Rickmer Rickmers ihren Dauerliegeplatz nicht weit der Cap San Diego59 am Fiete-Schmidt-Anleger, der nach dem Gründer der "Windjammer für Hamburg e.V." benannt ist.
Anschrift und Verkehrsanbindung:
Adresse: Brücke 1, 20359 Hamburg S-Bahn: S1, S3: St. Pauli Landungsbrücken U-Bahn: U3: St. Pauli Landungsbrücken
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